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Unter dem Namen NAZO arbeiten zwei selbständige Vereine: Im Mai 2002 gründete sich in Kabul der Verein NAZO – Cooperation of Afghan Women und im Januar 2003 in der Bundesrepublik der gemeinnützige Verein NAZO Deutschland – Hilfe für afghanische Frauen. NAZO Deutschland sammelt die Gelder, die NAZO Afghanistan vor Ort benötigt, um die einzelnen Projekte professionell durchführen zu können.
Der Verein in Afghanistan musste seinen Namen ändern, er heißt jetzt AFGHAN LUMINOUS SUN - NAZO Professional Cooperation Center for Afghan Women, kurz ALS.
ALS ist eine in Kabul eingetragene, gemeinnützige Organisation (Nummer 13). Alle NGO’s wurden im Jahr 2005 vom afghanischen Wirtschaftsministerium überprüft. Der Mehrzahl wurde die Arbeitserlaubnis entzogen, übrig blieben nur die Organisationen, deren geförderten Projekte auch tatsächlich erfolgreich durchgeführt wurden. Im Zuge dieser Überprüfung musste NAZO-Afghanistan seinen Namen ändern, denn vier Vereine nannten sich NAZO. Obwohl NAZO-Afghanistan der erste Verein war, der sich NAZO nannte, entschlossen sich die Frauen in Kabul, der Namensänderung zuzustimmen, um nicht langwierige und nervenaufreibende Prozesse gegen die drei anderen „Plagiat-Vereine“ zu führen.
Die NAZO-Frauen in Kabul haben Afghanistan nie verlassen, haben alle Schrecken des Krieges und Bürgerkrieges, der Taliban und deren Bekämpfung durchgestanden und verfügen deswegen über besonders wertvolle Erfahrungen, interne Kenntnisse und Sensibilität für das, was jetzt machbar ist und was auf später verschoben werden soll.
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Die obersten Ziele von NAZO
- Selbstvertrauen und Selbständigkeit fördern
- Bildung und Qualifizierung ermöglichen
- Arbeitsplätze schaffen
- Kinderbetreuung einführen
- Gesundheit verbessern
Es ist schwer zu entscheiden, was wichtiger ist, die Bildung oder die Gesundheit. Die erste Frauenministerin Afghanistans, Sima Simar, sagt dazu: "Wären die Afghanen und Afghaninnen besser gebildet, wären sie auch weniger krank."
Soll das Ziel Selbstvertrauen und Selbständigkeit erreicht werden, müssen die Frauen Afghanistans die Chance bekommen, einen Beruf zu erlernen und auszuüben. Erst mit dem selbst verdienten Geld können sie sich und ihre Kinder aus der Abhängigkeit vom Mann befreien. |
| | Hintergrund Der Mann – Vater, Bruder, Ehemann und Sohn – entscheidet auch heute noch, was die Frau tun darf und was nicht. Das kann soweit gehen, dass sie ein Leben lang das Haus nicht verlassen darf, nicht um einzukaufen, nicht um einen Arzt aufzusuchen, nicht um in der Schule zu lernen oder gar einen Beruf auszuüben. Vor Gericht ist ihre Stimme nur die Hälfte wert. Zwei Frauenstimmen wiegen soviel wie eine Männerstimme. Frauen und Männer werden auch heute noch in fast allen Familien von ihren Eltern verheiratet, oft schon in Kindertagen. Selbst viele Exilafghanen halten bis heute an dieser Sitte fest.
Neueste Statistiken sprechen von 85% Analphabeten. Diese Zahl schließt Männer und Frauen ein – die Quote für die Frauen liegt noch immer weit über 90%. | | Die Lebenserwartung der Frauen in Afghanistan wird mit 45 Jahren angegeben. Jede Frau hat durchschnittlich sieben Kinder. Die Mütter- und Kindersterblichkeit gehören zu den höchsten der Welt. 30% der Frauen überleben Schwangerschaft und Geburt nicht. 80% der Kinder sind unterernährt.
23 Jahre Krieg und Bürgerkrieg haben Gewohnheiten verändert und Traditionen zerbrechen lassen. So gibt es heute, neben intakten Familienverbänden, eine Million Witwen, die sich allein durchschlagen müssen. Viele von ihnen können weder lesen noch schreiben und haben keinen Beruf erlernt - aber fast immer sind sie Mütter vieler Kinder. Diesen Frauen will NAZO helfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. |