Einzelschicksale
Schafla
Schafla hat Diabetes im fortgeschrittenen Zustand – ein großer Zeh wurde ihr sogar schon amputiert. Niemand kümmert sich um sie.
Ihre Familie verlangte sehr viel Geld als Mitgift für sie, so dass es schon während der Hochzeitsfeierlichkeiten zu großen Streitereien zwischen ihrer und der Familie ihres Ehemannes kam: Ihre Brüder hielten so lange fest, bis der Ehemann die große Geldsumme bar beschafft hatte.
Direkt nach der Hochzeit, als Schafla in ihre neue Familie umgezogen war, kam es zur Katastrophe. Alle Mitglieder dieser neuen Familie misshandelten und schlugen sie.
Ihr Ehemann war dagegen machtlos und musste mit ansehen, wie Schafla dieser großen Familie dienen musste, von morgens bis mitternachts, putzen, kochen, sich ums Vieh kümmern usw.
Schafla durfte das Haus nicht verlassen, auch ihre Familie wie z. B. ihr Bruder oder ihre Mutter durften sie nicht besuchen.
So lebt Schafla mehrere Jahre wie in einem Gefängnis. Eines Tages gelingt es ihr auszubrechen. (Sie hat keine Kinder.) Sie kommt zu ihrem Elternhaus – inzwischen sind beide Eltern gestorben – und bittet ihren Bruder, dass er sie bei sich aufnimmt.
Nach einigen Jahren will ihre Schwägerin nicht mehr mit Schafla zusammenleben.
Ihr Mann hat zwischenzeitlich wieder geheiratet.
So lebt Schafla krank und bedürftig mal hier mal dort – niemand kümmert sich um sie, nicht ihr Ehemann, und auch nicht ihr Bruder. Keiner gewährt ihr Obdach und Schutz.
Freundliche Grüße, Schaima
