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Marie

  

"Als ich 14 Jahre alt war, hat mich mein Vater - ohne mich zu fragen - an einen 50 jährigen Mann verheiratet. Von Anfang an war er sehr arm und unsere Leben dem entsprechend bescheiden. Nach zwei Jahren bekam ich ein Kind und mein Mann fand als Tagelöhner 'mal Arbeit und 'mal nicht. So waren wir 'mal hungrig ein andermal hatten wir etwas zu essen. Schließlich fand ich Arbeit in einer Wurstfabrik. Kurz gesagt jetzt ging es uns besser und wir bekamen noch sechs Kinder: drei Mädchen und drei Jungen.

Dann starb mein Mann und nun muss ich allein alle 7 Kinder ernähren und die gesamte Verantwortung tragen.

Nach der Beerdigung halfen zunächst die Brüder meines Mannes etwas, aber dann ließen sie mich allein.

Ohne Dach über dem Kopf habe ich die größten Probleme. Auch habe ich meine Schwager schon um Hilfe gebeten, aber ihre Lebensumstände sind ebenfalls sehr schlecht. Alle sind sie Tagelöhner und haben viele Kinder zu ernähren. Ich versuche, mich als Dienerin und mit Betteln über Wasser zu halten. Fabriken haben leider noch nicht wieder geöffnet und es gibt überhaupt nichts wo Frauen arbeiten könnten. Ich habe große Angst vor der Zukunft und befürchte, dass meine Kinder aus der Not heraus auf die schiefe Bahn kommen könnten.

Ich wünsche mir, dass meine Kinder zur Schule gehen können, um später als Angestellte zu arbeiten. Dann könnten wenigsten sie ein glückliches Leben führen - momentan sind wir vom Glück jedoch noch meilenweit entfernt."

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