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Schaima über Maleka

  

Maleka berichtete 2006

2005:

Frau Maleka ist eine Frau, die wir sehr genau kennen. Ihre Geschichte beginnt mit ihrer Heirat. Damals war sie ein 18-jähriges Mädchen und wurde mit einem 46-jährigen Mann verheiratet. (In Afghanistan ist es für junge Männer sehr schwierig, die Gelder für eine Heirat aufzubringen. Viele Männer bleiben deswegen jahrelang unverheiratet. Im Fall von Maleka war es genauso.)

In den Jahren nach der Hochzeit bekommt das Ehepaar sechs Töchter und einen Jungen. Nach vielen Jahren im Flüchtlingslager in Pakistan kehren sie nach Afghanistan zurück.  Der Mann bekommt nach großen Bemühungen eine Arbeit als Straßenkehrer. Aber weil er schon alt ist  (67), wird ihm sehr bald wieder gekündigt.

Alle sechs Töchter besuchen die Schule, der Sohn ist erst fünf Jahre alt. Jetzt hat die Familie kein Dach über dem Kopf und überhaupt keine Einnahmen. Die Mädchen bieten sich als Dienerinnen in den verschiedensten Haushalten an – aber keine von ihnen hat eine feste Stelle.

2008:

Herr Ebrahimy besuchte Frau Maleka im Juli 2008. Leider wird sie nicht mehr aus Deutschland unterstützt. Die NAZO-Bäckerinnen bauten ihr einen afghanischen Ofen. Einige Nachbarinnen bringen ihr den fertigen Brotteig und sie backt für diese das Brot - so kann sie einige Afghanis verdienen. Sie ist schon gebrechlich und wir suchen erneut eine Patenschaft für sie.

 

„Seit drei Jahren leben wir hier – ausgesetzt der Kälte im Winter und der Hitze im Sommer. Im letzten Winter musste ich unsere einzige Kuh verkaufen. Von dem Geld konnte ich mir noch ein kleines Kalb kaufen – und so haben wir den harten Winter überlebt.

Ich arbeite mit zwei meiner Töchter von morgens bis abends, bis es dunkel wird, auf dem Feld. Im letzten Jahr bauten wir Kartoffeln und Zwiebeln an. Jedes Jahr müssen wir einen Teil an den Grundbesitzer abliefern, und für das Wasser müssen wir auch bezahlen – so blieb uns nur sehr wenig: für 7 Monate Arbeit zu dritt blieben uns nur  5.000 Afghani (90 Euro). Hier auf dem Dorf gibt es keine andere Arbeit – wir müssen von unserer Feldarbeit leben. Obwohl wir drei Frauen arbeiten wie die Esel, schaffen wir es nicht, mehr zu verdienen.

Im Dorf gibt es auch keine Schule, die Fahrt nach Kabul ist viel zu teuer und zu weit - so konnte ich bis heute keine meiner Töchter zu Schule schicken.

Mein Mann (der schon gestorben ist) hat drei Brüder, die gemeinsam 4 Hektar Land geerbt haben. Den halben Hektar, auf dem ich mit meinen Kindern wohne, machen mir meine Schwager streitig. Wo gibt es denn so etwas. Bis heute hatte ich kein Geld, Fenster in mein Haus einsetzten zu lassen. Es ist noch genau so wie zu der Zeit, als mein Mann starb. Keiner von seinen Brüdern hilft mir.

Von dem Geld, welches ich aus Deutschland bekomme, kaufe ich einen Vorrat an Mehl und anderen notwendigen Lebensmitteln. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich. Möge Gott all denen, die uns helfen, das Tausendfache zurückgeben.

Herzliche Grüße, Maleka“

Nachtrag August 2008: Die Patenschaft für Frau Maleka wurde rückgängig gemacht - wir suchen eine neue Patin, einen neuen Paten.

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