EinzelschicksaleSchaima schreibt über Chatera: |
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"Liebe NAZO-Frauen in Deutschland, ich möchte Euch heute das Schicksal von Chatera schildern. So bekommt ihr einen Einblick in die Probleme unseres Lebens. Chatera heiratete auf Wunsch ihrer Mutter vor vier Jahren. Als sie nach zehn Monaten im vierten Monat schwanger ist, verlässt ihr Mann sie und geht von zu Hause weg. Die Schwiegereltern schicken die schwangere Chatera zu ihrer Mutter zurück. Dort bringt sie ihren Sohn Dschawed zur Welt, der heute drei Jahr alt ist. Nun müsst Ihr wissen, dass es in Afghanistan die größte Schande ist, wenn der Mann seine Frau verlässt. Niemand hat dafür Verständnis, alle - auch die eigene Mutter - geben die Schuld der verstoßenen Ehefrau. Ja, es geht sogar soweit, dass einige der Betroffenen raten, sich selbst umzubringen, um die "Familienehre nicht zu beschmutzen". Chatera geht regelmäßig zur Familie ihres Ehemannes, um nach ihm zu fragen - aber die grausamen Schwiegereltern geben ihr keinerlei Auskunft. Sogar das Geld für die Busfahrt muss sie aus eigener Tasche bezahlen. Weil sie dies oft nicht kann, geht sie zwei Stunden zu Fuß mit ihrem Söhnchen durch die sengende Sonne. Sie ist verzweifelt, weil sich die Familie ihres Mannes überhaupt nicht um sie und ihren Sohn kümmert und ihr Mann auch nicht in eine Scheidung einwilligt. Solange sie jedoch nicht geschieden ist, wird sie nicht als Witwe angesehen - und muss mit dieser gesellschaftlichen Ächtung leben. |
Zur Zeit wird Chatera mit ihrem Sohn im Haus ihrer Mutter geduldet. Ihr Vater starb schon vor einigen Jahren. Dort leben allerdings noch mehrere jüngere Geschwister, die alle von den zwei ältesten Brüdern - der eine ist 15, der andere 16 Jahre alt - ernährt werden müssen. Beide Brüder arbeiten tagsüber als Schuhputzer, und ihr verdientes Geld muss für alle reichen. So war es eine große Hilfe, dass wir Chatera im NAZO-Zentrum zur Schneiderin ausbilden und ihren Sohn im Kindergarten betreuen konnten. Das bedeutete für die Familie zwei Esser weniger und noch dazu die Ausbildungsbeihilfe von 8 Euro monatlich. Wir möchten Chatera unterstützen (moralisch und finanziell), damit sie vor Gericht die Scheidung von ihrem Ehemann durchsetzen kann. Erst danach kann sie eigene Entscheidungen treffen, die nicht von ihrem Ehemann gegen sie verwendet werden können. Momentan arbeitet sie in der NAZO-Werkstatt und hofft auf einen monatlichen Verdienst von ca. 20 - 30 Euro. Es wäre sehr schön, wenn eine von Euch Chatera zusätzlich mit monatlich 15 Euro unterstützen könnte. Vielen Dank für Eure Bemühungen und herzliche Grüße von uns NAZO-Frauen hier in Karte-nau, |
