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Aziza

  

Aziza sagt:

Aziza ist 28 Jahre alt und hat zwei Kinder. Vor acht Jahren heiratete sie einen Mann aus der Provinz Logar. Zur Talibanzeit war sie drei Jahre im Iran. Dort – im iranischen Exil – wurde sie mit dem drogenabhängigen Mann verlobt und musste ihn heiraten. Die Familie des Mannes hatte gehofft, ihr Sohn würde durch die Heirat mit Aziza aufhören, Heroin zu nehmen. Leider kam es so nicht. Aziza – damals eine junge, fröhliche Frau – wurde ein Opfer dieses falschen Denkens.

Wir wären sehr glücklich, wenn sich in Deutschland jemand finden könnte, der Aziza monatlich unterstützen könnte. Momentan lebt sie und ihre Familie von der monatlichen NAZO-Unterstützung (15,00 €). Leider können wir nicht mehr bezahlen, weil das NAZO-Zentrum seit September 2005 mit der finanziellen Unterstützung von NAZO- Deutschland auskommen muss. Unsere eigenen Einnahmen aus der NAZO-Werkstatt und dem Verkauf auf nationalen und internationalen Messen sind noch viel zu gering, um die Löhne der Angestellten und die sonstigen laufenden Kosten tragen zu können.

In der Hoffnung, Aziza helfen zu können,
grüße ich Euch herzlich,
Schaima

 

 

 

 

 

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"Wenn es Abend wird und ich nach Hause gehen muss, habe ich das Gefühl, als wenn ich ins Gefängnis komme. Im NAZO-Zentrum erfahre ich viel Ablenkung und Anerkennung. Weil mein Mann drogenabhängig ist, verkauft er alles, was er in die Hand bekommt, sogar die Gasflasche, die wir zum Kochen brauchen – ja sogar den Herd und die Töpfe. Alles, was er tragen kann, nimmt er und verkauft es, damit er sich Heroin kaufen kann. Zweimal hat er schon meine Kleider aus meinem Koffer geklaut, obwohl der Koffer immer abgeschlossen ist.

Momentan benötige ich mindestens 100 Afghanis am Tag  (Anmerkung des Übersetzers: ca. 70 Afghani sind 1 Euro.)
Ab und zu hilft mir einer meiner Brüder, aber sie sind Tagelöhner und finden selbst nur schwer Arbeit.
Ich wünsche mir oft, eine Witwe zu sein – dann hätte ich ein Problem weniger. Mein Mann wird manchmal von seinen eigenen Brüdern fast zu Tode geprügelt; einmal haben sie ihn drei Tage lang gefesselt, damit er keine Drogen kaufen kann – aber all das hat nichts genützt, und ich habe die Hoffnung verloren, dass es sich irgendwann einmal ändert.

Momentan wohnen wir in einem Haus, das gerade gebaut wird, in zwei unfertigen Zimmern. Der Hausbesitzer verlangt nur eine sehr geringe Miete, weil ich für seine Arbeiter das Frühstück und Mittagessen koche. Wenn ich vom NAZO-Zentrum nach Hause komme,  wasche ich zunächst das schmutzige Geschirr ab und koche dann das Mittagessen für den nächsten Tag, für die 12 bis 14 Arbeiter! Morgens stehe ich sehr früh auf,  bereite Frühstück und Tee und stelle das Geschirr für den ganzen Tag sorgfältig bereit. Dann schließe ich meinen Mann ins Zimmer ein – und dann renne ich schnell zu NAZO. Solange das Haus gebaut wird, habe ich ein Dach über dem Kopf – aber was wird, wenn der neue Besitzer in sein Haus einzieht?"