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Safia

Safia ist ungefähr 35 Jahre alt und hat 9 Kinder aus zwei Ehen. Sie wurde als sehr junges Mädchen gegen ihren Willen verheiratet. 5 Jahre nach ihrer ersten Heirat kam ihr Mann während des Bürgerkrieges in der Altstadt von Kabul zu Tode. Nach kurzer Zeit weigerte sich die Familie ihres Ehemannes, sie und ihre Kinder weiter zu ernähren. So musste sie zurück zu ihren Eltern ziehen, wo sie jedoch überhaupt nicht willkommen war. Ihr Vater war zwischenzeitlich verstorben und sie lebte mit ihren Brüdern zusammen. Einige Zeit später musste sie aber auch dort ausziehen. Man brachte sie zusammen mit ihren drei Söhnen ins Dorf Karimi (in der Nähe von Scheweki). Dort musste sie Schwerstarbeit auf den Feldern verrichten, damit sie und ihre Kinder nicht verhungern. So gingen drei harte Jahre ins Land, in denen sie keinerlei Schutz und Hilfe bekam. In dieser Zeit lernte sie einen sehr armen Bauern, der keine Mitgift bezahlen konnte, kennen. Er schlug Safia vor, ihn zu  heiraten. Sie musste ihren Schwiegervater um Erlaubnis bitten, der unter der Bedingung einwilligte, dass ihre drei Söhne aus erster Ehe nicht mit in ihre neue Familie kommen.  Sie musste sich also von ihren Kindern trennen. Für Safia ist es ein ständiger Schmerz, mit ansehen zu müssen, wie ihre Kinder ungebildet bleiben und wie Tiere schuften müssen.

Von ihrem 2. Ehemann bekam sie nochmals 6 Kinder. Ihr Mann verkauft in den Straßen von Kabul Gemüse. Er ist schon sehr alt und kann nicht genug verdienen, um seine 6 Kinder, Safia, seine kranke Mutter und sich selbst zu ernähren.
Safia kümmert sich aufopferungsvoll um die kranke Schwiegermutter, die intensive Betreuung und viele Medikamente braucht. So können auch die Kinder aus ihrer zweiten Ehe nicht die Schule besuchen.

Als wir vom NAZO-Ausbildungszentrum von ihrem Schicksal hörten, begannen wir sofort, eine Patin für sie zu suchen. Als diese in Deutschland gefunden war, besuchten wir Safia in ihrem Dorf und sagten ihr, dass sie in Deutschland eine Patin gefunden hat, die ihr für ihre drei Kinder aus erster Ehe monatlich etwas Geld schickt. Sie weinte vor Glück und Freude und sagte: „Mit der Hilfe dieser Unterstützung werde ich meine Kinder zur Schule schicken können. Obwohl sie eine Mutter haben, leben diese Kinder doch so als wären sie Waisen. Gott möge Euch Eure Hilfe tausendfach vergelten. Mein Leben lang werden meine Kinder und ich Euch nicht vergessen und täglich für Euch beten. Jede Mahlzeit, die ich für meine Kinder von Eurem Geld kochen kann, möge Gott Euch als gute Tat anrechnen und Euch vor allem Übel bewahren.“

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