Einzelschicksale
Mehroh Gul aus Kart-e-nau
Sie hat eine vierzehnjährige Tochter. Seit 12 Jahren ist sie Witwe. Beide leben in einem gemieteten Räumchen in Kart-e-nau. Ihre Tochter wäscht auf der Straße Autos und verdient so etwas Geld, damit sie überleben können.
Mehroh Gul hat Krebs und versucht, sich in Kabul behandeln zu lassen. Aber die Ärzte sagen zu ihr: „Hier in Kabul hat das keinen Zweck, das kann man nur im Ausland behandeln.“ Natürlich hat Mehroh Gul, die nicht einmal ein Stückchen Brot selbst verdienen kann, nicht das Geld, um nach Pakistan oder Indien zu reisen, wo sie operiert werden könnte.
Das NAZO-Zentrum in Kabul unterstützt sie mit 1000 Afghanis (ca. 15 €) im Monat.
An den Tagen, an denen es regnet, kann ihre Tochter nicht auf der Straße arbeiten. Wenn sie das Geld von uns, vom NAZO-Zentrum, nicht hätte, würden beide verhungern.
Sie bedankt sich bei uns jedes Mal überschwänglich für die Hilfe und wünscht sich sehr, dass sie eine Patin oder Paten in Deutschland findet, die/der ihr hilft. Dann könnte sie ihre Tochter auf eine Schule schicken – oder sogar das Geld für eine Operation zusammensparen. Sie sagt: "Gott möge Euch danken, die ihr an uns Arme denkt, und er möge es Euch tausendfach zurückgeben. Ich bete Tag und Nacht für die, die etwas für uns Hilflose tun.“
Mit besten Grüßen, Marina
(stellvertretende Geschäftsführerin des NAZO-Ausbildungszentrums)
