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Berichte aus dem NAZO-Zentrum

Briefe aus Kabul 2005 von Schaima, der Geschäftsführerin des NAZO-Ausbildungszentrums in Kabul-Karte-nau. Alle Briefe wurden übersetzt von Nurullah Ebrahimy. Lesen Sie hier einige Auszüge:

November bis Dezember 2005

Wir grüßen Euch alle herzlich und bedanken uns für Eure Fürsorge.

Heute möchte ich Euch berichten, dass alle Arbeiten hier im NAZO-Zentrum Karte-nau sehr stabil weiter gehen. Die Nähkurse der zweiten Runde laufen seit zweieinhalb Monaten gut, ebenso die Weiterbildungskurse. Alles geht gut voran.

Auch im Bereich Schmuck sind wir zu 90% weiter gekommen, das heißt: die Maschinen, die wir in Pakistan gekauft hatten, sind – nach anfänglichen Schwierigkeiten – im Zentrum wohlbehalten angekommen. Die Schülerinnen und die Lehrer sind ausgewählt und eingestellt. Tische, Stühle und Schränke stehen bereit. Nach der Montage der Maschinen können wir mit der Ausbildung im Schmuck- und Steinbereich beginnen.

Für unsere Computerarbeit haben wir eine neue Frau – sie heißt Adiba – und kennt sich auf dem Gebiet sehr gut aus. Wir hoffen, dass wir demnächst unsere Berichte per E-Mail an Euch schicken können.

Für die Läden haben wir Verkäuferinnen, die lesen und schreiben können, gefunden – allerdings fehlen uns noch die Sachen, die wir dort verkaufen können … Wir möchten in den Läden Ware anbieten, die eine gute Qualität hat und doch bezahlbare Preise – das Preis-Leistungsverhältnis sollte stimmen.

Die Schülerinnen, die wir in dieser Ausbildungsrunde im NAZO-Zentrum angenommen haben, sind Hausfrauen und Analphabetinnen. Sie wissen über ihre Rechte – aus islamischer Sicht – nichts. Hier haben wir wieder die Aufgabe, sie in jeder Richtung aufzuklären.

Adiba bietet einen Englisch- und einen Computerkurs an, an dem einige Frauen aus dem Viertel teilnehmen. Sie arbeitet auf eigene Kosten. Wir stellen ihr lediglich den Raum und den Computer zur Verfügung.

Ich muss erwähnen, dass in letzter Zeit die Kosten für den täglichen Bedarf, z.B. für Reis, Öl, Gas, sehr gestiegen sind. So sind unsere Ausgaben entsprechend der Preissteigerungen ebenfalls gestiegen. Trotz dieser Schwierigkeiten freuen wir uns, dass die Arbeit gut voran geht.
Wir hoffen, eines Tages ohne Eure Hilfe auszukommen.

Herzliche Grüße, Schaima