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Schneiderei im NAZO Ausbildungszentrum

Bis März 2009 haben 95 Frauen ihre Ausbildung zur Schneiderin mit einem Abschlusszeugnis beendeten. Die meisten von ihnen waren Analphabetinnen, die neben ihrer Berufsausbildung noch das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernten. Sie erhalten eine Ausbildungsbeihilfe von 15 € pro Monat. In dem NAZO-Kindergarten werden ihre Kleinkinder betreut, damit die Frauen in Ruhe lernen können. Die ersten zwei Ausbildungsrunden dauerten 18 Monate, danach hatten die Ausbilderinnen genügend Erfahrungen gesammelt, um die Ausbildungszeit auf 12 Monate herabsetzen zu können.

Einige ehemalige Schülerinnen schlossen sich zur NAZO-Werkstatt zusammen. Sie nutzen die Räume und die Maschinen des NAZO-Zentrums, arbeiten jedoch  finanziell unabhängig. Sie verdienen im Durchschnitt monatlich 50 Euro. Andere ausgebildete Schneiderinnen arbeiten als Angestellte in einem Betrieb oder als Heimschneiderin zu Hause.

Da die Ausbildung im NAZO-Zentrum sehr anerkannt ist, reißen sich momentan die industriellen Nähereien in Kabul um die NAZO-Schülerinnen. Das kommentieren die Ausbilderinnen im NAZO-Zentrum mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

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Schneiderinnen zeigen ihre Abschlussarbeiten

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„… Zakia, die als erste ehemalige Schülerin in dem benachbarten Betrieb, in dem Militäruniformen genäht werden, angestellt wurde, ist jetzt zur Vorarbeiterin aufgestiegen. Sie hat es ermöglicht, dass die Schneiderinnen aus der NAZO-Werkstatt in diese Fabrik wechselten. Dort verdienen sie mehr als vorher. Für uns ist das zwar schmerzlich – verlassen uns doch unsere besten Schneiderinnen – aber andererseits hätten wir auch nicht gewusst, wo wir die Schneiderinnen aus der 4. Staffel, die in ein  paar Tagen ihre Zeugnisse bekommen, (am 21. März 2009) unterbringen können. So wechseln diese zunächst in die NAZO-Werkstatt. Auch sie wollen versuchen, in der Fabrik eine Anstellung zu bekommen – wir werden sie bei ihren Wünschen begleiten, obwohl wir auch traurig sind, dass wir die NAZO-Werkstatt-Gruppe nicht vergrößern können. Mehr als 7 Schneiderinnen können in unserem Werkstatt-Raum nicht nähen. Es ist ein Herzenswunsch von uns, die NAZO-Werkstatt zu vergrößern, damit alle Frauen zusammen bleiben können und eine gute „Nähmannschaft werden“, die letztendlich wirklich selbständig arbeiten. …. Kabul,  2. März 2009

Auch wir von NAZO-Deutschland e.V. möchten „unsere“ Schneiderinnen dahingehend unterstützen, dass sie in einer ständig wachsenden „NAZO-Maßschneiderei“ zusammen bleiben können, ihren Lebensunterhalt selbständig verdienen und darüber hinaus einen Teil ihrer Ausbildungskosten an das NAZO-Zentrum zurückzahlen können. Dazu müssten wir jedoch in die Lage versetzt werden, größere Räume anzumieten. Momentan platzt das NAZO-Ausbildungszentrum in Kart-e-nau aus allen Nähten.

Abschlusszeugnisse
Hafiza (Schneidermeisterin) und Madina (ihre Helferin) überreichen den Schneiderinnen ihre Abschlusszeugnisse. link"Frisch gebackene" Schneiderinnen zeigen stolz ihre Zeugnisse.

publikum
Zakia, Redakteurin der Fernsehsendung „Frau und Gesellschaft“ hat Parwin, ihre Kamerafrau mitgebracht, die die Abschlussfeier filmisch dokumentiert.